Wie man Kinder lehrt, Verantwortung zu übernehmen

 

Der Nachbarsjunge mäht den Rasen ohne Aufforderung? Und deine kleine Nichte stellt dreckiges Geschirr automatisch in der Geschirrspülmaschine? Von wo kommen all diese Wunder-Kinder?

Gute Neuigkeiten – es ist keine Frage von Haben oder nicht haben – sondern von Erziehung. Verantwortung übernehmen ist ein langer Lernprozess, welcher erarbeitet werden muss. Wie man Kinder lehrt, Verantwortung zu übernehmen, erklären wir dir nun.

 

Starte frühzeitig
Du kannst nicht erwarten, dass dein Teenager zu Hause plötzlich Verantwortung übernimmt und selbst mitdenkt, wenn er dies zu Hause noch nie musste. Deswegen ist es wichtig, frühzeitig zu starten und Kinder in den Alltag einzubinden.

 

Kinder möchten helfen
Speziell kleinere Kinder helfen gerne und ahmen dich oftmals auch nach. Dies ist ein super Zeitpunkt, dir von deinen Kindern bei der Hausarbeit helfen zu lassen. Klar geht der Abwasch wahrscheinlich etwas länger als sonst, doch die Zeit ist gut investiert. Denn du kannst durch das gemeinsame Erledigen von Hausarbeit wertvolle Lektionen mit auf den Weg geben.

 

Zeige ihnen wie es geht
Anstatt den Apfel selbst zu waschen und deinem Kind zu geben, ist es sinnvoller, mit deinem Kind zusammen den Apfel zu waschen und zu zeigen, wie er/sie das nächste Mal selbständig einen Apfel waschen und essen kann. Dadurch lernen Kinder, selbst zu handeln und erlernen Selbständigkeit in kleinen Dingen.

 

Erkläre, was du tust
Erzähle immer, was du tun musst. Sei es nach dem Essen laut zu sagen, dass nun der Abwasch folgt, oder dass nach dem Baden nun der Boden getrocknet werden muss. Durch wiederholtes Hören der Aufgaben, wird sich eine Routine einschleichen, welche wünschenswert ist. Und auf einmal machen die Kinder den Abwasch von alleine (so zumindest in der Theorie 🙂 ).

 

Lobe deine Kinder
Egal, ob die Aufgabe nun perfekt erledigt wurde oder nicht – lobe deine Kinder. Wenn es verbesserungspotenzial gibt, erkläre ihnen beim nächsten Mal, wie es besser geht – anstelle einer direkten Kritik. Dies motiviert deine Kinder zusätzlich.

 

Erwarte nicht zu viel
Egal wie gut etwas erledigt wird, berücksichtige immer das entsprechende Alter deines Kindes. Ein 4-jähriges Kind kann vielleicht sein Bett machen, jedoch wird es nicht aussehen, wie wenn du es selbst machen würdest. Nichtsdestotrotz – dein Kind verdient Lob!

 

Kein Belohnungssystem
Für normale Hausarbeit sollte es keine Belohnung geben. Denn diese Arbeit fällt immer an und sollte ohne Probleme erledigt werden. Wenn natürlich dein kleines Kind plötzlich etwas Überdurchschnittliches macht (nicht dem Alter entsprechend) kann es natürlich dennoch eine Belohnung geben!

Wichtig ist, dass es keinen Anreiz gibt, normale Arbeiten, welche dein Kind ohne Probleme machen kann, nur gegen Belohnung zu erledigen.

 

Routine
Wie bei allem anderen auch, kommt es hier auf die Routine drauf an. Wenn du früh anfängst, wirst du dein Kind zu selbständigem Denken erziehen und durch die tägliche Routine wird dein Kind in der Zukunft selbständig denken und handeln – egal um welche Arbeiten es sich handelt.

 

Konsequenzen
Dieser Punkt ist sehr eng mit der Routine verlinkt. Es ist wichtig, entsprechende Konsequenzen zu haben. Diese sollten altersgerecht und angemessen sein. Um dies zu veranschaulichen, hier ein kurzes Beispiel:

Die Familie macht immer gemeinsam den Abwasch nach dem Abendessen. Anschliessend darf dein Kind noch etwas spielen bevor es ins Bett muss. Wenn nun dein Kind ein Theater veranstaltet und nicht helfen will, wird er/sie automatisch Zeit zum Spielen verlieren.

In diesem Beispiel ist die Konsequenz direkt mit der Handlung des Kindes verlinkt und somit völlig natürlich. Dein Kind hat die Wahl – so sollte es sein!

 

Kinder zu lehren, Verantwortung zu übernehmen, ist ein sehr langer und beschwerlicher Weg. Sei nicht frustriert, wenn es am Anfang noch nicht erfolgsversprechend aussieht. Es kann Jahre dauern, bis sich die ersten Erfolge einstellen.

Wir wünschen viel Glück und Erfolg
Ben & Emma